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Über uns | Mehrspartenhaus

Spielzeit 25-26

Das Staatstheater Karlsruhe ist eines der größten Mehrspartenhäuser in Deutschland. Die Sparten Oper, Ballett, Konzert, Schauspiel, Junges Staatstheater und der neu gegründete Bereich Digitaltheater erschaffen in jeder Spielzeit auf den Bühnen für alle Bürger:innen und Kulturinteressierten in der Region ein vielfältiges und diverses Kulturangebot: Kunsterlebnisse, die in den Herzen und Köpfen des Publikums lebendig werden, die nachhallen, berühren und bewegen. Das Staatstheater ist eine staatlich geförderte Institution, die den Auftrag hat, Kunst und Kultur im Sinne der freiheitlich demokratischen Grundordnung für die Bevölkerung zu ermöglichen. Für alle Kulturinteressierten schafft es einen Raum für Austausch und Diskurs.  

Über 900 Veranstaltungen pro Jahr finden in den vier Spielstätten (Großes Haus, Kleines Haus, Studio, Insel), auf Gastspielen oder im Stadtraum an besonderen Orten statt. Das Badische Staatstheater ist ein Publikumsmagnet in der Stadt für die Stadt. Als Leuchtturm strahlt es über Karlsruhe hinaus: regional, national und international. So werden im Durchschnitt jährlich über 275.000 Besucher:innen im Haus begrüßt.

Im Staatstheater arbeiten über 700 Mitarbeiter:innen und Gastkünstler:innen aus 48 Herkunftsländern. Als großer Arbeitgeber in der Region vereint das Mehrspartenhaus über 100 außergewöhnliche Berufe unter einem Dach und bietet ein kreatives und internationales Arbeitsumfeld im Herzen von Karlsruhe. Der Repertoirebetrieb ermöglicht ein planvolles, nachhaltiges Arbeiten und gibt gleichzeitig Raum für Innovation. Ein zentrales Anliegen ist es, sich in der Arbeit nachhaltig allen Altersgruppen, Schichten und vor allem interkulturell zu öffnen – in Bezug auf Programm, Publikum und Personal. 

Im April 2024 haben sich über 40 Karlsruher Initiativen, Kirchen, Religionsgemeinschaften, Parteien, Verbände, Vereine und Institutionen zum Bündnis für Demokratie und Menschenrechte zusammengeschlossen. Das Badische Staatstheater ist ein Teil davon. Dieser breite zivilgesellschaftliche und überparteiliche Zusammenschluss betont das gemeinsame Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung. In der am 8. April 2024 veröffentlichten gemeinsamen Erklärung positionieren sich die Bündnispartner für ihre namensgebenden Werte. Das Bekenntnis zur Menschenwürde sowie zum Demokratie-, Rechtsstaats- und Sozialstaatsprinzip eint die vielfältigen Akteure aus der Karlsruher Stadtgesellschaft. „Das Badische Staatstheater ist Mitglied, weil Theater öffentliche Diskursräume zur Stärkung von Demokratie sind. Im Sinne unseres Leitbilds wollen wir unseren Beitrag dazu nun umso mehr leisten, die demokratischen Kräfte in unserer Gesellschaft zu stärken und besser sichtbar zu machen“, so die Theaterleitung des Badischen Staatstheaters.

Das Staatstheater versteht sich als Schnittstelle zwischen Gesellschaft, Kunst und Politik und vernetzt sich mit anderen Kultureinrichtungen in Karlsruhe und Umgebung. Als Mitglied mehrerer europäischer Opern- und Theaterorganisationen ist das Staatstheater auch international vernetzt. 

Diversität braucht eine Bühne!

Das Staatstheater wurde bis 2023 von der Kulturstiftung des Bundes als eine von 39 Kulturinstitutionen deutschlandweit für das Programm „360°– Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ ausgewählt und gefördert. Diese Förderung ist eine Auszeichnung und zeigt, dass ein zukunftsweisender Weg eingeschlagen wurde, um sich der gelebten Vielfalt der Stadtgesellschaft weiter zu öffnen und Diversität auf den Bühnen zu beheimaten. Dank der Förderung ist das Staatstheater mit den nötigen personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet worden, um gemeinsam mit dem Publikum und allen interessierten Karlsruher Bürger:innen diesen Weg weiter zu ebnen und zu gestalten.

Neubau und Sanierung

1975 am Ettlinger Tor in Karlsruhe gebaut, war das Theatergebäude ursprünglich für 350 Beschäftigte ausgelegt. Jetzt arbeiten hier zu Hochzeiten über 700 Menschen. Seit über 40 Jahren ist das Haus ohne übergreifende Sanierung im Betrieb. 2006 beschloss der Verwaltungsrat erstmals eine Überprüfung der Bausubstanz. Einer Hausschließung, wie sie bei anderen Theatern notwendig war, kommt die Sanierung zuvor. Vor allem Mängel in Sachen Brandschutz und Barrierefreiheit müssen behoben werden. Ebenso gilt es, gesetzeskonforme Arbeitsplätze zu schaffen.

Oper

Die Oper eröffnet ihre Saison mit Jean-Philippe Rameaus lange Zeit verschollener Oper Les Boréades, die die Programmlinie unbekannter französischer Werke fortsetzt und auch die Ballettcompagnie in hohem Maße szenisch einbezieht: In der Inszenierung von Christoph von Bernuth erweist sich die glücklich endende Tragédie als hochaktuelle Parabel auf die Macht der Aufklärung und als Kampfansage an alle Tyrannen dieser Welt. Die Karlsruher Wagner-Tradition wird mit Lohengrin fortgeführt, eine Oper, die nicht nur durch die Romantik des Stoffs und der Musik besticht: Das Regieteam um Manuel Schmitt sieht darin eine eindringli­che Mahnung vor politischen Verführungs­mechanismen. Im Januar kommen im Abstand einer Woche gleich zwei Opern zur Premiere: In der Reihe „Zukunft Oper“ steht im Kleinen Haus mit Missy Mazzolis Oper Breaking the Waves – nach dem Filmklassiker von Lars von Trier und in der Regie von Christoph von Bernuth – das Werk einer Komponistin auf dem Programm, in dem eindrücklich zu erleben ist, wie in einer bigotten dörflichen Gemeinschaft eine junge Frau zur Außenseiterin wird und sich aus Liebe aufopfert. Im Großen Haus schildert Andrea Schwalbach in Poulencs Dialogues des Carmélites das Schicksal einer Gruppe von Nonnen, die ihre religiöse Überzeugung und persönliche Freiheit nur durch den aufrechten Gang zum Schafott wahren können. Die 48. Internationalen Händel-Festspiele werden von René Jacobs und dem Freiburger Barockensemble mit Tamerlano eröffnet: Kobie van Rensburg inszeniert die ungewöhnlich dramaturgisch und aussagekräftig angelegte Händel-Oper, deren Themen Tyrannei und innere Freiheit auch die Festspielprogrammatik inspirieren. In La straniera von Vincenzo Bellini steht der Belcanto im Mittelpunkt, wenn in der halbszenischen Aufführung von Tobias Ribitzki und unter musikalischer Leitung von Attilio Cremonesi mitreißende Melodien und atemberaubende Koloraturen zu Gehör kommen. In eine Sommernacht voller Zauber, Verführung und Humor entführt – nach Shakespeares populärer Vorlage – Benjamin Brittens beliebteste Oper A Midsummer Night’s Dream: Ein turbulentes Ensemblestück, das der belgische Regisseur François de Carpentries voller Esprit und Charme in Szene setzt. Die italienische Farbe kommt mit Verdis Kassenschlager Rigoletto auf den Spielplan: Aus den Reihen des Ensembles besetzt und inszeniert von Anna Drescher, erzählt dieser spannungsgeladene Opernkrimi von Vaterliebe, Verführungskunst und einer tragischen Verwechslung.

Das Ensemble der Badischen Staatsoper entführt mit sinnlichem Zauber: Die Magie der menschlichen Gesangsstimmen, des Orchesterklanges, des miteinander Verschmelzens auf einer Bühne der Sinnlichkeit. Sehen und hören, unverfälscht und unmittelbar – die große Kunstform Oper in ihrer unverzichtbaren Heimstatt, dem Staatsheater. Der Badische Staatsopernchor blickt auf eine lange Tradition zurück. Der aus dem Chor des Hof- und späteren Landestheaters (ab 1918) hervorgegangene Staatsopernchor besteht heute aus 28 Damen und 26 Herren und wird von Chordirektor Ulrich Wagner geleitet. Die Geschichte des Chores ist von der  Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten und Regisseuren geprägt, darunter die Hofkapellmeister und Generalmusikdirektoren Hermann Levi, Felix Mottl, Joseph Krips, Joseph Keilberth, Christof Prick, Anthony Bramall und Justin Brown sowie Regisseure wie Jean-Louis Martinoty, Gian-Carlo del Monaco, Juri Ljubimow, Peer Boysen, Alexander Schulin, David Hermann, Tobias Kratzer, Christopher Alden und Keith Warner. Der Chor wirkte bei zahlreichen Uraufführungen mit. Für seine Einspielung von Berlioz‘ Les Troyens hat der Badische Staatsopernchor den International Opera Award 2018 gewonnen.

Einmal im Jahr ist das Staatstheater Gastgeber der Internationalen Händel-Festspiele und bietet höchstes künstlerisches Niveau und internationalen Barockgenuss vom Feinsten. Die Festspiele in Karlsruhe warten mit exklusivem Programm und Starbesetzung auf. Neben beeindruckenden Operninszenierungen mit international anerkannten Künstler:innen versprechen die Händel-Festspiele unvergleichliche Konzerterlebnisse führender Barock-Spezialist:innen.

Ballett

Das Staatsballett Karlsruhe eröffnet seine Spielzeit mit Jean-Philippe Rameaus selten gespielter Barockoper Les Boréades als Koproduktion mit der Oper. Der Doppelabend La Dolce Vita vereint das humorvolle Stück B.R.I.S.A. des renommierten schwedischen Choreografen Johan Inger mit der Neukreation Fellini von Hauschoreografin Kristina Paulin als bildgewaltiger Hommage an den großen Filmregisseur Federico Fellini und das italienische Kino. Mit der Uraufführung des abendfüllenden Handlungsballetts Dracula baut das Staatsballett seinen programmatischen Schwerpunkt auf einem erzählerischen Ballett-Theater weiter aus. Der britische Choreograf Kenneth Tindall verlagert den berühmten Vampirmythos in die Modewelt des 21. Jahrhunderts. Die Komponistin Alexandra Harwood schreibt dazu ein Auftragswerk, das die Badische Staatskapelle live zum Klingen bringen wird. Für die dritte Premiere Statements ist es Ballettdirektor Raimondo Rebeck gelungen, zum ersten Mal ein Werk des Jahrhundert-Choreografen Jiří Kylián in Karlsruhe zu zeigen: Sein ikonografisches Stück Petite Mort wird kombiniert mit Blind Dreams von Raimondo Rebeck und einer Neukreation des Newcomers Houston Thomas. Ein dreiteiliger Ballettabend, der die Vielfalt choreografischer Aussagen zelebriert. Die publikumsnahen Vermittlungsformate, der Ballett-Talk Tanz à la carte sowie die offenen Trainings und Workshops Einfach tanzen! im Ballettsaal, werden ebenso weitergeführt wie als Abschluss der Spielzeit die Tanz-Fest-Woche mit der internationalen Ballettgala. Für Kontinuität sorgen die Wiederaufnahmen des gefeierten Meisterwerks Romeo und Julia von Jean-Christophe Maillot, der beliebten Familienproduktion Das Mädchen & Der Nussknacker von Bridget Breiner und des erfolgreichen dreiteiligen Ballettabends Leuchtfeuer. Auch die Nachwuchsförderung wird beim Staatsballett Karlsruhe weiterhin großgeschrieben und die Gastspiele der Akademie des Tanzes Mannheim im Kleinen Haus fortgesetzt. Das Staatsballett erzählt Geschichten und teilt Emotionen durch Bewegung. Das Ensemble des Staatsballetts Karlsruhe besteht aus  30 Tänzer:innen, bei größeren Produktionen sogar erweitert um Studierende der Akademie des Tanzes Mannheim. Linien und Bewegung: Die Company arbeitet aus dem Wissen der klassischen Technik heraus. Zeitgenössischer Tanz ist Teil der Arbeit, aber immer im Bewusstsein der klassischen Linien. 

Das Staatsballett Karlsruhe, unter der künstlerischen Leitung von Raimondo Rebeck, vereint klassische Eleganz mit zeitgenössischer Kreativität. Mit einem Ensemble von 30 talentierten Tänzer:innen, das in ausgewählten Produktionen durch Studierende der Akademie des Tanzes Mannheim verstärkt wird, präsentiert die Compagnie eine beeindruckende Vielfalt an Tanzstilen. Das Staatsballett hat sich als ein wichtiger kultureller Bestandteil in Karlsruhe und der Region etabliert und verfolgt die Vision, Tanz und insbesondere Ballett als kraftvolle Erzählform und emotionalen Ausdruck zu fördern. Mit einem klaren Fokus auf exzellente Technik, kombiniert mit innovativen, modernen Kreationen, setzt es neue Impulse, während es gleichzeitig die Traditionen des klassischen Balletts bewahrt. Ballettdirektor Raimondo Rebeck und Hauschoreografin Kristina Paulin stärken das Ensemble und öffnen gleichzeitig neue Wege für den künstlerischen Dialog mit dem Publikum.

Konzert

Vielfalt ist auch in der Spielzeit 2025/26 das Motto des umfangreichen Konzertangebots der Badischen Staatskapelle: vom intimen Kammerkonzert bis zur monumental besetzten Sinfonie, von klassischen Klängen bis hin zu Frank Sinatra. Neben der Vielfalt an Stilen und Gattungen umspannen auch die Nationalitäten der vertretenen Komponist:innen den Erdball und reichen von Amerika bis nach Russland, wobei in dieser Spielzeit ein Schwerpunkt auf den nordischen Ländern liegen wird. Aber auch das südländische Temperament wird nicht zu kurz kommen: Gleich im 1. Sinfoniekonzert lädt die Staatskapelle das Publikum mit Werken von Maurice Ravel, Manuel de Falla und Richard Strauss zu einer musikalischen Reise durch Spanien und Italien ein. Besondere Freude bereitet, dass sich neben international gefeierten Gästen, wie der Geigerin Baiba Skride mit dem Violinkonzert von Peter Tschaikowski im 2. Sinfoniekonzert und dem Cellisten Maximilian Hornung mit dem Cellokonzert von Edward Elgar im 5. Sinfoniekonzert, auch zwei Solisten aus dem Orchester vorstellen werden: Konzertmeister Janos Ecseghy wird im 3. Sinfoniekonzert das Violinkonzert von Samuel Barber spielen und Wolfram Lauel, langjähriger Solo-Trompeter der Badischen Staatskapelle, im 6. Sinfoniekonzert das Trompetenkonzert Marsyas von Wolfgang Rihm. Daneben erklingen Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Antonín Dvořák, Edward Elgar, Jean Sibelius und als Höhepunkt der Spielzeit die monumentale 3. Sinfonie von Gustav Mahler im 7. Sinfoniekonzert. Komponistinnen werden durch die Estin Ester Mägi und Lili Boulanger vertreten sein. In den Sonderkonzerten wird ein reines Mozart-Programm im Herbst 2025 und die beiden Brahms-Klavierkonzerte an einem Abend im Sommer 2026 mit Gerhard Opitz am Klavier und unter Leitung von GMD Georg Fritzsch im Brahms-Saal der Stadthalle zu erleben sein. Zusätzlich begrüßt die Staatskapelle Tom Gaebel mit einer Hommage an Frank Sinatra und im Rahmen der Tage der Nachhaltigkeit den Poetry-Slammer Sebastian 23, der in einen Dialog mit Ludwig van Beethovens Pastorale tritt. Neben den Sinfonie- und Sonderkonzerten bietet die Reihe der Kammerkonzerte Gelegenheit, die Mitglieder der Badischen Staatskapelle in kleinen Besetzungen und mit selbstgestalteten Programmen zu erleben. Die beliebten Konzertreihen der Kinderkonzerte – u. a. mit Benjamin Brittens The Young Person‘s Guide to the Orchestra –, NachtKlänge und Jazz Nights werden fortgesetzt. Auch die KlangÖffner werden wieder stattfinden, allerdings mit einem neuen Konzept und zwei Brückenschlägen zur Oper. 1662 als Hofkapelle des badischen Fürstenhofes gegründet, kann die Badische Staatskapelle als eines der ältesten Orchester der Welt auf eine überaus reiche und gleichzeitig gegenwärtige Tradition zurückblicken, dank derer sie sich auch nach dem 350-jährigen Jubiläum 2012 als lebendiges und leistungsfähiges Ensemble präsentiert und sich mit großer Flexibilität der kompletten Spannweite zwischen Repertoirepflege und der Präsentation zukunftsweisender Zeitgenossen stellt. Zur Spielzeit 2020/21 hat Georg Fritzsch seine Tätigkeit als Generalmusikdirektor aufgenommen. 2021 ist die Staatskapelle dem Verein Orchester des Wandels e.V. beigetreten. Orchesterdirektor ist mit der Spielzeit 2024/25 Oliver Kersken.

Schauspiel

Im Schauspiel wird die Spielzeit mit Henrik Ibsens Klassiker Peer Gynt eröffnet. Dessen Frage nach einem Kern des Selbst, nach Identität und Bei-Sich-Sein, übersetzt Regisseurin Sarah Kurze visuell eindrücklich ins Heute: anhand der Differenz von analoger und virtueller Wirklichkeit. Prima Facie, inszeniert von Franziska Stuhr, erzählt von einer Anwältin, die Angeklagte gegen Missbrauchsvorwürfe verteidigt. Als sie selbst Opfer einer Vergewaltigung wird, erlebt sie das Recht von einer anderen Seite. Für ihre Inszenierung von Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald knüpfen Regisseur Tom Kühnel und Komponist Johannes Hofmann an die zahlreichen Lieder an, die den Stoff durchziehen, und verwandeln das „Volksstück“ in eine Pop-Oper. In Aki Kaurismäkis Das Mädchen aus der Streichholzfabrik wird nahezu kein Wort gesprochen: Adrian Figueroas Startpunkt für eine bildmächtige Theateradaption von dem frühen Film des finnischen Ausnahmeregisseurs. Wie sich ein Richter als Täter entpuppt, davon erzählt Heinrich von Kleists Der zerbrochne Krug, inszeniert von Oberspielleiterin Brit Bartkowiak. Das Bild einer Gesellschaft im Streit über Wahrheit und Wissenschaft zeichnet Moskitos, ein well-made-play der britischen Autorin Lucy Kirkwood (Regie: Anna Stiepani). Und zusammen mit Ensemblemitglied Anne Müller nähert sich Jan Bosse auf theatrale Weise Abgründen und Komik in Man kann auch in die Höhe fallen, dem jüngsten Roman Joachim Meyerhoffs. Gute, außergewöhnliche und bewegende Kunst: In dieser Spielzeit bringt das Ensemble der Schauspieler:innen ein vielfältiges Programm zu gesellschaftlich relevanten Themen auf die Bühne.   

Junges Staatstheater

Im Jungen Staatstheater sind Menschen jeden Alters herzlich willkommen, sich tief in fantastische Welten zu vertiefen und neue Perspektiven auf das alltägliche Zusammenleben zu erproben. Dabei ist die Devise immer: Mut zu Dir! Mut zur Verschiedenheit! Mut zum Zusammenhalt! Zuerst wird gespielt, experimentiert, geprüft: Die Stückentwicklung Stapeln (2+) fragt gemeinsam mit den Allerkleinsten: Was hält? Was fällt? Und wie hoch kommen wir hinaus? Das Familienstück Die Schneekönigin (6+) nach Hans Christian Andersen begleitet eine junge Heldin auf ihrer abenteuerlichen Reise zur Rettung ihres besten Freundes. Neue Freundschaften und der Mut, verschieden zu sein ist auch Thema in Ey, Alter! (7+) – Autorin Coco Plümer entwirft in diesem Auftragswerk eine spielerische, generationenübergreifende Auseinandersetzung mit dem Alter. Spannend wird es mit dem beliebten Klassiker von Michael Ende: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch (8+) erzählt mit viel Humor und einem besonderen Zaubertrank vom tierischen Überlisten böser Zauberer und Hexen, die die Umwelt zerstören wollen. Doch nicht nur die konkrete Umwelt ist in Gefahr, auch ganz persönliche Erinnerungen und Geschichten können verblassen, manchmal sogar verschwinden: Mit poetisch-schillernden Bildern in deut­scher und türkischer Sprache nimmt Bu sözler bizim – Die Worte gehören uns (11+) das junge Publikum mit auf die Suche nach Identität und der Kraft der Worte. Zu einer großen Zeitreise lädt auch das Solo König Kristina (14+) ein: das Porträt einer Herrscherin aus dem 17. Jahrhundert wirft zahlreiche Fragen nach Macht, Verantwortung und Selbstbestimmung auf, die immer aktuell bleiben. Für Schulklassen gibt es außerdem zwei neue Klassenzimmerstücke: Die Eisbärin (10+) verhandelt Identität und Selbstdarstellung in den sozialen Medien, das Auftragswerk Habibi, das ist echt! (13+) öffnet den Blick für Realitäten von Fluchtgeschichten und Ankommen.

Theater für alle: Das Junge Staatstheater Karlsruhe feierte 2021/22 sein 10-jähriges Bestehen und bietet ein vielseitiges Programm für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen an. Das professionelle Ensemble spielt Theater für die Allerkleinsten, Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur und Familienstücke ebenso wie Stücke zu gesellschaftlich relevanten Themen für alle Menschen. Neben den Vorstellungen in der Insel, der Spielstätte des Jungen Staatstheaters, wird das Familienstück zur Winterzeit Die Schneekönigin in der Spielzeit 2025/26 im Kleinen Haus zu erleben sein. Mit den mobilen Produktionen Runkelpunzel & Hänselkrötel verlaufen sich im Universum, Sonnenstrahl im Kopfsalat und Raumrauschen kommt das Ensemble auch zu Ihnen in die Kita und Schule oder in andere Einrichtungen in Karlsruhe und Umgebung.

Das Team des Jungen Staatstheaters freut sich auf die Begegnung und den Austausch mit den Menschen vor Ort in all ihrer Vielfalt. Die Insel soll ein Ort zum Gespräch über Erwartungen und Wünsche, Bedürfnisse und Perspektiven werden, sodass dem Anspruch „Theater für alle“ zu machen, jedes Jahr ein bisschen mehr entsprochen wird.

Schon jetzt legt die Sparte großen Wert auf Verbindungen mit der Stadtgesellschaft. So entstehen zum Beispiel die Stücke #constantcraving und Der Katze ist es ganz egal in Kooperationen mit Institutionen vor Ort, wie etwa dem Präventionsbüro Sucht der Stadt Karlsruhe, der Suchtberatungsstelle AGJ Ettlingen und dem queeren Jugendzentrum LaVie. Sie zeigt Stücke, die nah an den Themen und Bedürfnissen der Zielgruppe orientiert sind. Zu allen Produktionen werden theaterpädagogische Workshops, Nachgespräche oder Materialmappen angeboten.

Digitaltheater

Das Digitaltheater beginnt seine zweite Spielzeit mit der Inszenierung Broadcast Yourself – Ein Theaterstück wie ein einsamer Abend am Smartphone. Sie nimmt das Phänomen YouTube in den Blick, das mit über 20 Milliarden selbst gedrehten Videos das größte Archiv der modernen Menschheit bildet. Ein ebenso unterhaltsames wie schonungsloses Porträt unserer Gesellschaft und ihres Drangs zur Selbstdarstellung. Im Stück 1984/2052 nach George Orwell arbeiten Kevin Barz und Anna-Teresa Schmidt das erste Mal mit einer Romanvorlage, die sich in ihrer Neufassung auf die Gegebenheiten in der heutigen Zeit konzentriert. Wieder haben radikale Mächte die Welt fest im Griff, und die digitale Revolution mit ihren technischen Möglichkeiten dürfte Orwells schlimmste Vorhersagen übertreffen. Barz und Schmidt spinnen unser dauerüberwachtes Leben weiter in ein Jahr 2052 – bis dahin, wo es weh tut. Die im Programm Zero - Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte der Kulturstiftung des Bundes geförderte Stadtoper Paradise Found geht unterdessen in ihre zweite Runde. Nachdem bereits sechs Episoden der klimaneutralen Mitmachoper aus Interviews mit Karlsruher:innen über den Stadtraum verteilt wurden, werden es in der neuen Spielzeit noch einmal so viele sein. Zu sehen sind sie in den himmelblauen Mixed-Reality-Stationen, die zum Beispiel vor dem Naturkundemuseum, im KIT oder im ZKM stehen. Ab Mai werden Fahrradtouren entlang der Stationen angeboten, außerdem wird das Mammutprojekt am Ende der Spielzeit mit einer offenen Abschluss­veranstaltung verabschiedet werden. Die Reihe Let’s play! verwandelt das Neue Entrée regelmäßig in Karlsruhes größte Arcade Hall und die Partyreihe DANCE!, die mit ihrem Debut zur Intendanzeröffnung bereits für Furore gesorgt hat, verwandelt die Bühne des Kleinen Hauses in drei weiteren Ausgaben in einen Dancefloor mit einzigartigen Visuals.

Kunst + Vermittlung

Eng verzahnt mit der Arbeit v. a. des Jungen Staatstheaters ist die Abteilung Kunst + Vermittlung am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Sie entwickelt kreative und partizipative Formate an der Schnittstelle von Kunst, Bildung und Gesellschaft. Ziel ist es, das Theater als offenen Ort kultureller Teilhabe und gesellschaftlichen Dialogs weiterzuentwickeln. Mit Formaten wie der Sneak für junges Publikum, bei dem Kinder und Jugendliche kostenlos die Endproben ausgewählter Produktionen besuchen dürfen, dem wiederkehrenden Vorleseformat Lese-Insel zur Vernetzung von Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie einem neuen Kooperationssystem für KiTas schafft sie vielfältige und frühe Zugänge zum Theater. Beim regelmäßig stattfindenden Ausbildungstag erhalten Schüler:innen Einblicke in Berufe hinter den Kulissen des Staatstheaters. Und wer selbst einmal auf der Bühne stehen möchte, kann sich in den Theater-Laboren oder den Ferien-Inseln ausprobieren. Mit diesen Initiativen setzt die Abteilung Kunst + Vermittlung starke Impulse für eine nachhaltige Öffnung des Hauses und einen lebendigen, inklusiven Theaterraum für alle.